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27.Februar 2025
TÄGLICHES BIBELLESEN – Hebräer Kap.8
Der Mittler des Neuen Bundes
1Das ist nun die Hauptsache, davon wir reden: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der da sitzt zu der Rechten auf dem Stuhl der Majestät im Himmel 2und ist ein Pfleger des Heiligen und der wahrhaftigen Hütte, welche Gott aufgerichtet hat und kein Mensch. 3Denn ein jeglicher Hoherpriester wird eingesetzt, zu opfern Gaben und Opfer. Darum muß auch dieser etwas haben, das er opfere. 4Wenn er nun auf Erden wäre, so wäre er nicht Priester, dieweil da Priester sind, die nach dem Gesetz die Gaben opfern, 5welche dienen dem Vorbilde und dem Schatten des Himmlischen; wie die göttliche Antwort zu Mose sprach, da er sollte die Hütte vollenden: »Schaue zu«, sprach er, »daß du machest alles nach dem Bilde, das dir auf dem Berge gezeigt ist.«
6Nun aber hat er ein besseres Amt erlangt, als der eines besseren Testaments Mittler ist, welches auch auf bessern Verheißungen steht. 7Denn so jenes, das erste, untadelig gewesen wäre, würde nicht Raum zu einem andern gesucht.
8Denn er tadelt sie und sagt: »Siehe, es kommen die Tage, spricht der Herr, daß ich über das Haus Israel und über das Haus Juda ein neues Testament machen will; 9nicht nach dem Testament, das ich gemacht habe mit ihren Vätern an dem Tage, da ich ihre Hand ergriff, sie auszuführen aus Ägyptenland. Denn sie sind nicht geblieben in meinem Testament, so habe ich ihrer auch nicht wollen achten, spricht der Herr. 10Denn das ist das Testament, das ich machen will dem Hause Israel nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will geben mein Gesetz in ihren Sinn, und in ihr Herz will ich es schreiben, und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. 11Und soll nicht lehren jemand seinen Nächsten noch jemand seinen Bruder und sagen: Erkenne den Herrn! denn sie sollen mich alle kennen von dem Kleinsten an bis zu dem Größten. 12Denn ich will gnädig sein ihrer Untugend und ihren Sünden, und ihrer Ungerechtigkeit will ich nicht mehr gedenken.«
13Indem er sagt: »Ein neues«, macht er das erste alt. Was aber alt und überjahrt ist, das ist nahe bei seinem Ende.
Luther 1912. Public Domain
Kommentar
Einleitung:
Das achte Kapitel des Hebräerbriefs befasst sich mit dem zentralen Thema des christlichen Glaubens: Jesus Christus als der Mittler des Neuen Bundes. Der Autor hebt die Überlegenheit von Jesu Hohepriestertum hervor, das nicht auf einem irdischen System beruht, sondern im himmlischen Heiligtum verankert ist. Im Gegensatz zum Alten Bund, der auf dem Gesetz und irdischen Opfern basierte, gründet der Neue Bund auf besseren Verheißungen und einer tiefen Herzensbeziehung zu Gott. Dieses Kapitel verdeutlicht die Erfüllung der alttestamentlichen Verheißungen und zeigt, wie Gott durch Christus eine neue, dauerhafte und gnadenreiche Verbindung zu seinem Volk geschaffen hat.
Kommentar:
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Christus – Der Hohepriester im Himmel (Verse 1–5)
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Hauptaussage (V. 1-2):
Der Autor betont die zentrale Botschaft: Wir haben einen Hohenpriester, Jesus Christus, der zur Rechten Gottes sitzt. Er dient nicht in einem irdischen Tempel, sondern im wahren, himmlischen Heiligtum, das Gott selbst errichtet hat.
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Das irdische Priestertum als Schatten (V. 3-5):
Die alttestamentlichen Priester waren dazu bestimmt, Gaben und Opfer darzubringen. Doch ihr Dienst diente lediglich als Abbild und Schatten des Himmlischen. Mose erhielt beim Bau der Stiftshütte die Anweisung, alles nach dem himmlischen Vorbild zu gestalten. Dies zeigt, dass der irdische Tempel ein Hinweis auf eine höhere Realität war.
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Der Neue Bund – Bessere Verheißungen durch Christus (Verse 6–7)
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Ein besserer Mittler (V. 6):
Christus hat ein überlegenes Amt erlangt, da er Mittler eines besseren Bundes ist. Dieser Bund basiert auf festeren Verheißungen als der erste Bund, der durch das Versagen des Volkes unzureichend wurde.
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Die Notwendigkeit eines Neuen Bundes (V. 7):
Wäre der Alte Bund fehlerlos gewesen, hätte es keinen Bedarf für einen neuen gegeben. Der Bruch lag jedoch nicht im Bund selbst, sondern im Ungehorsam der Menschen.
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Die Verheißung des Neuen Bundes (Verse 8–12)
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Göttliche Kritik und Verheißung (V. 8-9):
Gott tadelte sein Volk für ihre Untreue unter dem Alten Bund. Deshalb kündigt er durch den Propheten Jeremia (Jer 31,31-34) einen Neuen Bund an, der sich nicht wie der alte Bund auf äußere Gesetze stützt.
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Der Neue Bund im Herzen (V. 10):
Der Kern des Neuen Bundes ist die innere Erneuerung: Gottes Gesetz wird ins Herz geschrieben. Diese innige Beziehung zwischen Gott und seinem Volk übertrifft die formale Gesetzesbefolgung des Alten Bundes.
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Direkte Gotteserkenntnis (V. 11):
Im Neuen Bund wird die Erkenntnis Gottes nicht durch äußere Belehrung vermittelt, sondern durch eine persönliche Beziehung. Jeder – vom Geringsten bis zum Größten – soll Gott selbst erkennen.
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Vergebung und Gnade (V. 12):
Gottes Verheißung beinhaltet Vergebung, Gnade und das endgültige Vergessen der Sünden – ein zentrales Merkmal des Neuen Bundes.
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Das Ende des Alten Bundes (Vers 13)
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Das Alte vergeht, das Neue bleibt:
Mit der Einführung des „Neuen Bundes“ erklärt Gott den alten für veraltet. Wie etwas Altes vergeht, so ist der Alte Bund im Vergleich zum Neuen seinem Ende nahe.
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Zusammenfassung:
Hebräer Kapitel 8 betont die Überlegenheit von Jesu Hohepriestertum und die Einsetzung des Neuen Bundes. Während der Alte Bund auf äußerlichen Ritualen und Gesetzesgehorsam beruhte, bringt der Neue Bund eine tiefgreifende innere Erneuerung: Gottes Gesetz wird in das Herz geschrieben, und eine persönliche Beziehung zwischen Gott und den Menschen wird möglich. Jesus Christus ist der Mittler dieses Bundes, der auf besseren Verheißungen gegründet ist – Vergebung, Gnade und direkte Gotteserkenntnis. Mit dem Kommen Christi und der Einsetzung des Neuen Bundes hat der Alte Bund seine Gültigkeit verloren und ist durch das dauerhaft wirksame Werk Christi abgelöst worden. Dieses Kapitel lädt uns ein, in dieser neuen, gnadenreichen Beziehung zu Gott zu leben und die Verheißungen des Neuen Bundes im Alltag zu erfahren.
WÖCHENTLICHES LESEN DER GEIST DER PROPHEZEIUNG – Ellen White | Der Weg zu Christus
Kapitel 6: Glaube und Annahme
Hier online lesen.
Kommentar
Einleitung
Kapitel 6 zeigt uns den Weg vom Erwachen des Gewissens zur Annahme der göttlichen Gnadengeschenke. Durch das Wirken des Heiligen Geistes erkennen wir die zerstörerische Macht und das Elend der Sünde, die uns von Gott trennt. Diese Erkenntnis weckt in uns den tiefen Wunsch nach Vergebung, Reinigung und Freiheit – jedoch können wir diese Gnaden nicht durch eigene Anstrengungen erlangen, sondern nur im festen Glauben an Jesus Christus, der uns als freies Geschenk von Gott zuteilwird.
Kommentar
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Erwachen des Gewissens und die Erkenntnis der Sündhaftigkeit
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Weckung durch den Heiligen Geist:
Das Gewissen wird durch den Heiligen Geist erweckt, sodass wir die Bösartigkeit, Macht, Schuld und das Elend der Sünde erkennen.
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Erkenntnis der Trennung:
Wir begreifen, dass die Sünde uns von Gott getrennt hat und wir selbst in einem Zustand der Hilflosigkeit und Selbstsucht gefangen sind.
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Gottes Gnadengeschenke und Verheißungen
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Freies Geschenk der Gnade:
Gott bietet uns Vergebung, Reinigung, Frieden und Liebe als Gnadengeschenk an – etwas, das weder mit Geld noch mit menschlicher Weisheit zu erkaufen ist (vgl. Jesaja 55,1).
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Biblische Verheißungen:
Verheißungen wie „Wenn eure Sünde gleich blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden“ (Jesaja 1,18) und „Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist geben“ (Hesekiel 36,26) belegen, dass Gott in der Lage ist, uns von unserer Sündhaftigkeit zu befreien.
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Beispiel Jesu:
Jesu Heilung des Schwergelähmten (Matthäus 9,6) verdeutlicht, dass der Glaube an seine Worte und Wunder unmittelbare Befreiung und Heilung bringen kann.
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Glaube und Annahme der göttlichen Verheißung
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Notwendigkeit des Glaubens:
Der Text fordert uns auf, unsere Sünden zu bekennen und uns Gott hingiebig zu überlassen. Nur im festen Glauben, nicht aufgrund von Gefühlen, können wir Gottes Verheißungen empfangen.
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Tägliche Hingabe:
Es wird betont, dass wir täglich bekennen sollen, Christus anzuhören und in seinem Geist zu leben, um so stetig in der Gnade und Barmherzigkeit zu bleiben.
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Bedingung des Gebets:
Unsere Bitten müssen im Einklang mit Gottes Willen stehen, der uns von unseren Mängeln reinigen und zu seinen Kindern machen möchte.
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Die universelle Kraft der Gnade
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Unbegrenzte Vergebung:
Niemand ist so sündhaft, dass er nicht von Gottes unendlicher Barmherzigkeit erfasst werden könnte. Gott will uns mit seinen Segnungen – Kraft, Gerechtigkeit und Reinheit – erfüllen.
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Das Vaterherz Gottes:
Die Liebe Gottes ist so groß, dass er uns, selbst in unserer Schwäche, angenommen hat. Seine unermessliche Liebe und Barmherzigkeit sind Ausdruck seines ewigen Wunsches, uns zu erlösen und zu erneuern.
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Zusammenfassung
Kapitel 6 „Glaube und Annahme“ ruft uns dazu auf, die eigene Sündhaftigkeit anzuerkennen und den tiefen Wunsch nach göttlicher Vergebung und Erneuerung in uns zu wecken. Es betont, dass wir aus eigener Kraft nicht zur Heiligung gelangen können, sondern dass Gottes Gnade – als freies Geschenk durch Jesus Christus – alle unsere Mängel tilgt. Durch das Bekenntnis unserer Sünden und den festen Glauben an Jesu Worte und Wunder werden wir zu Kindern Gottes, die in seinem Geist leben und in seiner Barmherzigkeit geheilt werden. Letztlich ist es der unerschütterliche Glaube und die tägliche Hingabe, die uns in die Fülle der Segnungen Gottes führen und uns befähigen, ein erneuertes, heiliges Leben zu führen.
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