12 Minuten 5 Monaten

5.5 Damit die Gerechten nicht versucht werden
Die Prüfung der Gerechten: Vertrauen in Gottes souveränen Plan
Lies Psalm 37,1.8; 49,6–8; 94,3–7 und 125,3. Mit welchen Problemen hat der Psalmist zu kämpfen?
Die Psalmen, insbesondere Psalm 37, 49, 94 und 125, thematisieren die Herausforderungen und Fragen, die sich für die Gerechten ergeben, wenn die Bösen scheinbar gedeihen. Hier sind die spezifischen Probleme, mit denen der Psalmist zu kämpfen hat:
Psalm 37,1.8:
  • Wohlstand der Bösen: Der Psalmist beklagt den Wohlstand der Bösen, ihre scheinbare Prosperität trotz ihrer Gottlosigkeit.
  • Versuchung zur Ungerechtigkeit: Angesichts der scheinbaren Belohnungen für die Gottlosen könnte die Versuchung für die Gerechten darin bestehen, den gleichen Weg zu wählen oder Gott zu hinterfragen.
Psalm 49,6–8:
  • Reichtum und Macht der Bösen: Der Psalmist konfrontiert die Tatsache, dass die Bösen oft im Besitz von Reichtum und Macht sind, während sie gleichzeitig arrogant Gott verachten.
  • Verlockung durch materiellen Wohlstand: Die Frage könnte auftauchen, warum die Gerechten nicht dem Beispiel der Bösen folgen und ebenfalls Reichtum und Macht anstreben.
Psalm 94,3–7:
  • Arroganz der Bösen: Der Psalmist beklagt die Arroganz der Gottlosen, die sich gegen Gott erheben und die Gerechten unterdrücken.
  • Scheinbare Straffreiheit: Die Bösen scheinen ohne Konsequenzen davon zu kommen, was zu Frustration und Verwirrung bei den Gerechten führen kann.
Psalm 125,3:
  • Herrschaft der Gottlosigkeit: Der Psalmist stellt fest, dass die Macht der Gottlosen über die Welt zu herrschen scheint.
  • Fragile Position der Gerechten: Angesichts der scheinbaren Vorherrschaft des Bösen könnte es schwierig sein, an der Position der Gerechten festzuhalten.
Zentrales Problem:
  • Versuchung zur Resignation: Aufgrund dieser Herausforderungen könnte die zentrale Frage aufkommen, warum die Gerechten nicht aufgeben und sich dem Bösen anschließen, da dies scheinbar zu weltlichem Erfolg führt.
Lehren aus den Psalmen:
  • Langfristige Perspektive: Die Psalmen betonen die Wichtigkeit einer langfristigen Perspektive. Auch wenn die Bösen vorübergehend gedeihen, endet ihre Geschichte nicht gut.
  • Vertrauen in Gottes Gerechtigkeit: Die Gerechten werden ermutigt, trotz der scheinbaren Dominanz des Bösen auf Gottes Gerechtigkeit zu vertrauen und nicht den Glauben zu verlieren.
  • Treue trotz Herausforderungen: Die Psalmen fordern die Gerechten auf, treu zu bleiben, auch wenn sie mit den Herausforderungen des Lebens konfrontiert sind.
Insgesamt spiegeln diese Psalmen die menschliche Realität wider, dass das Böse manchmal vorübergehend zu gedeihen scheint. Die Lehre besteht jedoch darin, dass die Gerechten auf Gott vertrauen sollen, auch wenn es schwierig ist, und darauf zu hoffen, dass Gottes Gerechtigkeit letztendlich triumphieren wird.
Lies Psalm 73,1–20.27. Was bringt den Psalmisten durch die Krise? Wie enden diejenigen, die auf unnütze Dinge vertrauen? (Siehe auch 1 Ptr 1,17)
Psalm 73 beschreibt die geistliche Krise des Psalmisten, der mit der scheinbaren Prosperität der Gottlosen zu kämpfen hat. Hier sind wichtige Aspekte des Psalms und die Lösung, die den Psalmisten durch die Krise bringt:
Psalm 73,1–20.27:
Probleme des Psalmisten:
  1. Verwirrung durch den Wohlstand der Bösen: Der Psalmist ist verstört, weil die Bösen gedeihen, während er selbst in Treue zu Gott lebt (Verse 2–3).
  2. Versuchung zum Zweifel: Der Wohlstand der Gottlosen führt den Psalmisten zur Versuchung, seinen Glauben und seine Treue zu Gott in Frage zu stellen (Verse 13–14).
Lösung und Wendepunkt:
  1. Besuch des Heiligtums: Der Wendepunkt kommt, als der Psalmist das Heiligtum betritt, den Ort der Gegenwart Gottes (Vers 17).
  2. Perspektivenwechsel: Im Heiligtum gewinnt der Psalmist eine göttliche Perspektive und erkennt die endgültige Bestimmung der Gottlosen (Vers 18–20).
  3. Erkenntnis der Gegenwart Gottes: Die entscheidende Einsicht ist, dass Gott immer bei ihm war, und er bereut seine Unverständigkeit (Verse 21–22).
Fazit und Lehre:
  1. Warnung vor unnützen Vertrauen: Diejenigen, die auf unnütze Dinge vertrauen, haben ein schlimmes Ende (Verse 26–27).
  2. Gott ist gut zu den Reinherzigen: Der Schlussvers fasst die zentrale Lehre des Psalms zusammen: “Fürwahr, Gott ist Israel gut, denen, die reinen Herzens sind” (Vers 28).
Bezug zu 1 Petr 1,17:
Der Psalmist kommt zu dem Verständnis, dass das gegenwärtige Gedeihen der Gottlosen nur vorübergehend ist, und dass das endgültige Gericht Gottes kommen wird. In ähnlicher Weise erinnert auch der Apostel Petrus die Gläubigen daran, dass sie während ihrer Zeit auf der Erde als Fremdlinge und Pilger leben, und dass Gott das Gericht nach jedem Werk ohne Ansehen der Person halten wird (1 Petr 1,17). Diese Erinnerung stärkt die Gläubigen in ihrem Glauben und ihrer Hingabe an Gott, auch wenn sie mit Schwierigkeiten konfrontiert sind.
Lehren für uns:
  1. Perspektivenwechsel im Heiligtum: In Zeiten der Verwirrung und Versuchung ist es wichtig, einen Perspektivenwechsel zu suchen und die Gegenwart Gottes zu erfahren, wie es der Psalmist im Heiligtum getan hat.
  2. Erkenntnis der Endbestimmung: Die Erkenntnis, dass die Endbestimmung der Gottlosen in Gottes Gericht liegt, hilft uns, unsere Hoffnung auf die Gerechtigkeit Gottes zu setzen.
  3. Bekenntnis von Torheit und Umkehr: Wie der Psalmist ist es wichtig, unsere Torheit zu bekennen und umzukehren, wenn wir versucht sind, an der Weisheit der Welt zu zweifeln.
  4. Vertrauen in Gottes Güte: Unabhängig von den Umständen dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott denen, die reinen Herzens sind, gut ist.
Der Psalm zeigt, dass eine geistliche Einsicht und Erkenntnis der Gegenwart Gottes wesentlich sind, um die Herausforderungen der Welt zu überwinden.
Wie kann dir die Verheißung von Gottes Gericht über die Welt und all ihr Böses Trost spenden, wenn zurzeit so viel Böses ungestraft bleibt?
Die Verheißung von Gottes Gericht über die Welt und all ihr Böses kann Trost spenden, auch wenn zurzeit scheinbar viel Böses ungestraft bleibt, aus mehreren Gründen:
  1. Gott ist gerecht und souverän:
  • Die Verheißungen von Gottes Gericht basieren auf der Gewissheit, dass Gott gerecht und souverän ist. Auch wenn es so aussieht, als ob das Böse vorübergehend ungestraft bleibt, vertraut der Glaube darauf, dass Gott letzten Endes jede Ungerechtigkeit ans Licht bringen und richten wird.
  1. Langfristige Perspektive:
  • Die Verheißungen von Gottes Gericht erinnern uns daran, dass das gegenwärtige Leid und Unrecht nicht das letzte Wort haben. Eine langfristige Perspektive hilft, über die unmittelbaren Umstände hinauszublicken und auf die endgültige Gerechtigkeit Gottes zu hoffen.
  1. Gott hält seine Zusagen:
  • Die Verheißungen Gottes sind verlässlich. Wenn er verspricht, die Ungerechtigkeit zu richten, wird er dies tun. In schwierigen Zeiten können wir uns an Gottes Treue zu seinen Zusagen erinnern und darauf vertrauen, dass er sein Wort erfüllen wird.
  1. Gottes Zeitplan ist anders:
  • Gottes Zeitplan unterscheidet sich oft von unserem menschlichen Zeitverständnis. Auch wenn das Böse vorübergehend zu gedeihen scheint, ist Gottes Gericht manchmal eine Frage der Geduld und des rechten Zeitpunkts.
  1. Gemeinschaft mit Leidenden:
  • Die Verheißung von Gottes Gericht ermutigt dazu, sich mit den Leidenden zu solidarisieren. Auch wenn das Böse vorübergehend ungestraft bleibt, sind Gläubige aufgerufen, einander zu trösten, zu unterstützen und auf Gottes Gerechtigkeit zu hoffen.
  1. Selbstprüfung und Buße:
  • Die Aussicht auf Gottes Gericht sollte zu Selbstprüfung und Buße führen. Wir können unser eigenes Handeln und unsere Haltung überdenken und uns darauf ausrichten, in Gottes Gerechtigkeit zu wandeln.
  1. Hoffnung auf eine neue Schöpfung:
  • Die Verheißungen von Gottes Gericht sind oft mit der Vorstellung einer neuen Schöpfung verbunden, in der Gerechtigkeit herrscht. Diese Hoffnung auf eine Zukunft ohne Unrecht kann Trost spenden und den Blick auf das Gesamtziel richten.
  1. Erlösung durch Christus:
  • Für Christen ist die Gewissheit von Gottes Gericht mit der Hoffnung auf Erlösung durch Christus verbunden. Christus wird als der Richter wiederkommen, um Gerechtigkeit zu schaffen und seine Gemeinde zu erlösen.
Insgesamt können die Verheißungen von Gottes Gericht inmitten von gegenwärtigem Leid und Unrecht eine Quelle des Trostes und der Hoffnung sein, da sie auf Gottes Charakter, Treue und Souveränität gründen. Der Glaube an Gottes endgültige Gerechtigkeit ermöglicht es, trotz gegenwärtiger Herausforderungen standhaft zu bleiben und auf die Erfüllung seiner Verheißungen zu hoffen.

Die Verbindung zwischen diesen Texten und unserem Alltagsleben sowie dem Glauben ist tiefgreifend und relevant:
  1. Herausforderungen des Lebens: Die Psalmen reflektieren die realen Herausforderungen, mit denen Menschen konfrontiert sind, wenn sie sehen, dass die Bösen scheinbar ungestraft bleiben und sogar prosperieren, während die Gerechten leiden. Diese Probleme sind auch in unserer heutigen Welt allgegenwärtig, wo wir oft Ungerechtigkeit, Leid und Arroganz erleben.
  2. Versuchungen und Zweifel: Die Psalmen beschreiben auch die Versuchungen und Zweifel, die entstehen können, wenn man mit solchen Herausforderungen konfrontiert ist. Es ist menschlich, in Zeiten der Ungerechtigkeit und des Leids zu zweifeln und sich zu fragen, warum Gott nicht eingreift oder warum die Bösen zu florieren scheinen.
  3. Perspektivenwechsel im Glauben: Eine zentrale Botschaft dieser Texte ist der Perspektivenwechsel, der durch den Glauben ermöglicht wird. Der Psalmist findet Trost und Hoffnung, indem er sein Vertrauen auf Gott setzt und sich daran erinnert, dass Gottes Gericht letztendlich kommen wird. Diese Perspektive kann auch uns helfen, mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen, indem wir uns an Gottes Zusagen und seine Gerechtigkeit halten.
  4. Selbstreflexion und Buße: Die Verheißung von Gottes Gericht erinnert uns auch an unsere Verantwortung, selbst zu reflektieren und Buße zu tun, wenn nötig. Wir können uns fragen, ob wir selbst Teil des Problems sind oder ob wir unsere Hoffnung und unser Vertrauen auf weltliche Dinge setzen, anstatt auf Gott.
  5. Solidarität und Unterstützung: Schließlich ermutigen uns diese Texte dazu, uns mit den Leidenden zu solidarisieren und einander in Zeiten des Leids und der Ungerechtigkeit zu unterstützen. Indem wir gemeinsam auf Gottes Gerechtigkeit hoffen und darauf warten, dass seine Verheißungen erfüllt werden, können wir Trost und Hoffnung finden, selbst wenn das Böse vorübergehend zu gedeihen scheint.
Insgesamt bieten diese Texte eine tiefgründige und praktische Anleitung dafür, wie wir als Gläubige mit den Herausforderungen und Schwierigkeiten des Lebens umgehen können, indem wir uns auf Gottes Gerechtigkeit und seine Verheißungen verlassen.

(Visited 15 times, 1 visits today)