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1.5 Der Epheserbrief: Ein christuszentrierter Brief

Wie kündigt Paulus das Thema seines Briefes an? Epheser 1,9–10

In Epheser 1,9–10 kündigt Paulus das Thema seines Briefes an, indem er von Gottes Plan spricht, der auf Christus ausgerichtet ist. Der Vers lautet: “und uns kundgetan das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss, den er sich zuvor in ihm vorgenommen hatte, dass er nämlich, wenn die Fülle der Zeiten da ist, alles zusammenfassen will in dem Christus, das, was in den Himmeln, und das, was auf der Erde ist.”
Hier verkündet Paulus, dass Gottes Absicht darin besteht, “alles zusammenzufassen” oder “zu vereinen” in Christus. Dies bildet die Grundlage für den gesamten Epheserbrief, der diese zentrale Botschaft entfaltet. Paulus enthüllt einen göttlichen Plan, der darauf abzielt, die gesamte Schöpfung durch Christus zu einen und zu versöhnen.
Die Botschaft des Epheserbriefes lässt sich zusammenfassen als die Feier und Erklärung dieses göttlichen Plans, der in Christus in Gang gesetzt wurde. Paulus beschreibt die Gemeinde als das Mittel, durch das Gott seinen Plan umsetzt. Die Gläubigen sind aufgerufen, in Übereinstimmung mit diesem göttlichen Plan zu leben und den bösen Mächten zu signalisieren, dass Gottes ultimatives Ziel im Gange ist.
Das zentrale Thema des Briefes ist daher die Einheit in Christus und die Rolle der Gemeinde als Mittel zur Verwirklichung von Gottes Absicht. Die verschiedenen metaphorischen Bilder, die Paulus verwendet, wie die Gemeinde als Leib, Gebäude/Tempel, Braut und Armee, dienen dazu, verschiedene Facetten dieses zentralen Themas zu beleuchten und die Vielschichtigkeit der Beziehung zwischen Christus und der Gemeinde zu betonen.
Die Methodik von Paulus, durch anschauliche Metaphern über die Kirche zu sprechen, zeigt seine Absicht, die Gläubigen emotional und geistlich zu berühren. Durch diese Bilder vermittelt er nicht nur Lehren, sondern auch die tiefe und intime Verbindung zwischen Christus und seiner Gemeinde. In jedem Bild entfaltet Paulus, was Gottes Ziel und Absicht für die Gemeinde ist und fordert die Gläubigen dazu auf, aktiv Teil dieser göttlichen Vision zu sein.

In der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten schafft Gott eine länderübergreifende, mehrsprachige, und kulturübergreifende Gemeinschaft aus vielen Ethnien (Offb 14,6–7), die den Weg zur Erfüllung seines Plans weist, alles in Jesus zu vereinen (Eph 1,9–10). Wie können wir mit Gott zusammenarbeiten – gemäß seinem großen Plan?

Die Vorstellung, dass Gott eine länderübergreifende, mehrsprachige und kulturübergreifende Gemeinschaft schafft, wie es in Offenbarung 14,6–7 und Epheser 1,9–10 beschrieben wird, zeigt die universale Dimension von Gottes Plan für die Menschheit. Als Mitglieder der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten und darüber hinaus können wir auf verschiedene Weisen mit Gott zusammenarbeiten, um seinen großen Plan mitzugestalten:
  1. Evangelisation und Mission: Wir können aktiv am missionarischen Auftrag teilnehmen, indem wir das Evangelium verbreiten und Menschen zu einer Beziehung mit Jesus Christus führen. Die Vision von Gottes Plan beinhaltet, dass Menschen aus verschiedenen Ethnien und Kulturen durch den Glauben an Jesus Christus in der Gemeinschaft vereint werden.
  2. Interkulturelle Verständigung: In einer multikulturellen Gemeinschaft wie der Adventgemeinde ist es wichtig, auf interkulturelle Verständigung und Zusammenarbeit hinzuarbeiten. Dies schließt ein respektvolles Miteinander, den Austausch von Erfahrungen und die Wertschätzung kultureller Vielfalt ein.
  3. Dienst und Nächstenliebe: Gottes Plan umfasst auch das Dienen und Lieben unserer Mitmenschen. Indem wir aktiv im Dienst an Bedürftigen und in der Nächstenliebe tätig sind, tragen wir dazu bei, dass Gottes Liebe und Barmherzigkeit sichtbar werden.
  4. Bildung und Schulung: Die Förderung von Bildung und Schulung innerhalb der Gemeinschaft ermöglicht es, dass Menschen aus verschiedenen kulturellen Hintergründen gemeinsam lernen und wachsen. Dies trägt dazu bei, eine integrative Gemeinschaft aufzubauen.
  5. Einheit in der Vielfalt fördern: Die Zusammenarbeit mit Gott gemäß seinem großen Plan erfordert die bewusste Förderung von Einheit in der Vielfalt. Wir sollten bestrebt sein, Gemeinschaften zu schaffen, in denen Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft und kultureller Prägung sich willkommen und angenommen fühlen.
  6. Gebet und geistliche Ausrichtung: Durch regelmäßiges Gebet und eine geistliche Ausrichtung können wir Gottes Führung suchen und empfangen. Gemeinsames Gebet trägt dazu bei, dass wir als Gemeinschaft gemäß Gottes Plan voranschreiten.
Es ist wichtig zu betonen, dass Zusammenarbeit mit Gott nicht nur auf institutioneller Ebene geschieht, sondern auch auf persönlicher Ebene. Individuen, Familien und Gemeinden können bewusst danach streben, Gottes Plan der Einheit und Liebe in ihrem Alltag zu leben.
Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten kann eine inspirierende Gemeinschaft sein, die Gottes Plan auf unterschiedliche Weisen widerspiegelt und aktiv daran mitwirkt.

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