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26.Februar 2025
TÄGLICHES BIBELLESEN – Hebräer Kap.7
Christus, der Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks
1Dieser Melchisedek aber war ein König von Salem, ein Priester Gottes, des Allerhöchsten, der Abraham entgegenging, da er von der Könige Schlacht wiederkam, und segnete ihn; 2welchem auch Abraham gab den Zehnten aller Güter. Aufs erste wird er verdolmetscht: ein König der Gerechtigkeit; darnach aber ist er auch ein König Salems, das ist: ein König des Friedens; 3ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlecht und hat weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens: – er ist aber verglichen dem Sohn Gottes und bleibt Priester in Ewigkeit.
4Schauet aber, wie groß ist der, dem auch Abraham, der Patriarch, den Zehnten gibt von der eroberten Beute! 5Zwar die Kinder Levi, die das Priestertum empfangen, haben ein Gebot, den Zehnten vom Volk, das ist von ihren Brüdern, zu nehmen nach dem Gesetz, wiewohl auch diese aus den Lenden Abrahams gekommen sind. 6Aber der, des Geschlecht nicht genannt wird unter ihnen, der nahm den Zehnten von Abraham und segnete den, der die Verheißungen hatte. 7Nun ist’s ohne alles Widersprechen also, daß das Geringere von dem Besseren gesegnet wird; 8und hier nehmen die Zehnten die sterbenden Menschen, aber dort einer, dem bezeugt wird, daß er lebe. 9Und, daß ich also sage, es ist auch Levi, der den Zehnten nimmt, verzehntet durch Abraham, 10denn er war ja noch in den Lenden des Vaters, da ihm Melchisedek entgegenging.
11Ist nun die Vollkommenheit durch das levitische Priestertum geschehen (denn unter demselben hat das Volk das Gesetz empfangen), was ist denn weiter not zu sagen, daß ein anderer Priester aufkommen solle nach der Ordnung Melchisedeks und nicht nach der Ordnung Aarons? 12Denn wo das Priestertum verändert wird, da muß auch das Gesetz verändert werden. 13Denn von dem solches gesagt ist, der ist von einem andern Geschlecht, aus welchem nie einer des Altars gewartet hat. 14Denn es ist ja offenbar, daß von Juda aufgegangen ist unser Herr, zu welchem Geschlecht Mose nichts geredet hat vom Priestertum.
15Und es ist noch viel klarer, so nach der Weise Melchisedeks ein anderer Priester aufkommt, 16welcher nicht nach dem Gesetz des fleischlichen Gebots gemacht ist, sondern nach der Kraft des unendlichen Lebens. 17Denn er bezeugt: »Du bist ein Priester ewiglich nach der Ordnung Melchisedeks.« 18Denn damit wird das vorige Gebot aufgehoben, darum daß es zu schwach und nicht nütze war 19(denn das Gesetz konnte nichts vollkommen machen); und wird eingeführt eine bessere Hoffnung, durch welche wir zu Gott nahen; 20und dazu, was viel ist, nicht ohne Eid. Denn jene sind ohne Eid Priester geworden, 21dieser aber mit dem Eid, durch den, der zu ihm spricht: »Der Herr hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.« 22Also eines so viel besseren Testaments Ausrichter ist Jesus geworden.
23Und jener sind viele, die Priester wurden, darum daß sie der Tod nicht bleiben ließ; 24dieser aber hat darum, daß er ewiglich bleibt, ein unvergängliches Priestertum. 25Daher kann er auch selig machen immerdar, die durch ihn zu Gott kommen, und lebt immerdar und bittet für sie. 26Denn einen solchen Hohenpriester sollten wir haben, der da wäre heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher, denn der Himmel ist; 27dem nicht täglich not wäre, wie jenen Hohenpriestern, zuerst für eigene Sünden Opfer zu tun, darnach für des Volks Sünden; denn das hat er getan einmal, da er sich selbst opferte. 28Denn das Gesetz macht Menschen zu Hohenpriestern, die da Schwachheit haben; dies Wort aber des Eides, das nach dem Gesetz gesagt ward, setzt den Sohn ein, der ewig und vollkommen ist.
Luther 1912. Public Domain
Kommentar
Einleitung:
Hebräer Kapitel 7 widmet sich einer tiefgreifenden theologischen Betrachtung über die Hohepriesterschaft Jesu Christi und stellt einen Vergleich zwischen dem levitischen Priestertum und der Ordnung Melchisedeks an. Der Autor des Hebräerbriefs argumentiert, dass Jesu Priestertum einzigartig, ewig und überlegen ist. Durch die Verknüpfung mit Melchisedek – einem geheimnisvollen Priester und König – verdeutlicht der Text die Überlegenheit der neuen Ordnung gegenüber dem alten Gesetz und unterstreicht die endgültige und vollkommene Erlösung durch Christus.
Kommentar:
1.Melchisedek als Typus Christi (Verse 1–10)
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Melchisedek als König und Priester:
Melchisedek wird als König von Salem (Frieden) und als Priester Gottes, des Allerhöchsten, beschrieben. Sein Name bedeutet „König der Gerechtigkeit“ und verweist auf die Eigenschaften, die auch Christus verkörpert.
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Abrahams Begegnung mit Melchisedek:
Abraham, der Patriarch, zahlt Melchisedek den Zehnten, was dessen Überlegenheit unterstreicht. Auch wenn Abraham der Vater des Volkes Israel ist, erkennt er Melchisedek als übergeordneten geistlichen Führer an.
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Zeitlose Priesterschaft:
Melchisedek erscheint „ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlecht“ – ein Hinweis auf die ewige Natur seines Priestertums, was prophetisch auf Christus verweist, der ewig lebt.
2.Das unvollkommene levitische Priestertum (Verse 11–19)
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Unzureichende Vollkommenheit durch das Gesetz:
Das levitische Priestertum konnte keine vollkommene Versöhnung mit Gott schaffen. Das Gesetz offenbarte die Sünde, konnte aber keine vollständige Reinigung bringen.
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Veränderung des Priestertums und des Gesetzes:
Mit Christus als Hohepriester ändert sich das Priestertum – und damit auch das Gesetz. Sein Priestertum basiert nicht auf genealogischer Abstammung, sondern auf der Kraft eines unvergänglichen Lebens.
3.Jesu überlegene Priesterschaft nach der Ordnung Melchisedeks (Verse 20–25)
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Durch göttlichen Eid bestätigt:
Im Gegensatz zu den levitischen Priestern wird Christus durch einen göttlichen Eid eingesetzt (Vers 21), was die Beständigkeit und Autorität seiner Priesterschaft betont.
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Ewige Fürsprache:
Jesus lebt ewig und tritt unaufhörlich für die Gläubigen ein. Sein Werk ist nicht temporär, sondern dauerhaft und wirksam für alle Zeiten.
4.Der vollkommene Hohepriester (Verse 26–28)
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Christi makelloser Charakter:
Jesus ist „heilig, unschuldig, unbefleckt“ – Qualitäten, die ihn von den irdischen Priestern unterscheiden.
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Ein einmaliges Opfer:
Während die levitischen Priester regelmäßig Opfer für sich und das Volk darbringen mussten, opferte sich Christus einmal und für alle Ewigkeit.
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Vollkommene Erlösung:
Durch sein Opfer und seine Fürsprache erlangt der Gläubige Zugang zu Gott und eine beständige Hoffnung auf das ewige Leben.
Zusammenfassung:
Hebräer Kapitel 7 betont die Überlegenheit von Jesu Hohepriestertum gegenüber dem levitischen Priestertum. Durch die Verbindung mit Melchisedek wird verdeutlicht, dass Christus nicht nur ein weiterer Priester in der Tradition Aarons ist, sondern ein ewig wirkender Priester, der auf göttlichem Eid basiert. Sein Priestertum ist nicht durch irdische Abstammung begrenzt, sondern durch sein unvergängliches Leben und sein vollkommenes Opfer begründet. Im Gegensatz zu den zeitlich begrenzten und unvollkommenen Opfern des Alten Bundes hat Christus ein für alle Mal Versöhnung geschaffen und tritt als ewiger Fürsprecher für uns ein. So vermittelt dieses Kapitel Hoffnung und lädt dazu ein, auf die vollkommene Erlösung in Christus zu vertrauen.
WÖCHENTLICHES LESEN DER GEIST DER PROPHEZEIUNG – Ellen White | Der Weg zu Christus
Kapitel 6: Glaube und Annahme
Hier online lesen.
Kommentar
Einleitung
Kapitel 6 zeigt uns den Weg vom Erwachen des Gewissens zur Annahme der göttlichen Gnadengeschenke. Durch das Wirken des Heiligen Geistes erkennen wir die zerstörerische Macht und das Elend der Sünde, die uns von Gott trennt. Diese Erkenntnis weckt in uns den tiefen Wunsch nach Vergebung, Reinigung und Freiheit – jedoch können wir diese Gnaden nicht durch eigene Anstrengungen erlangen, sondern nur im festen Glauben an Jesus Christus, der uns als freies Geschenk von Gott zuteilwird.
Kommentar
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Erwachen des Gewissens und die Erkenntnis der Sündhaftigkeit
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Weckung durch den Heiligen Geist:
Das Gewissen wird durch den Heiligen Geist erweckt, sodass wir die Bösartigkeit, Macht, Schuld und das Elend der Sünde erkennen.
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Erkenntnis der Trennung:
Wir begreifen, dass die Sünde uns von Gott getrennt hat und wir selbst in einem Zustand der Hilflosigkeit und Selbstsucht gefangen sind.
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Gottes Gnadengeschenke und Verheißungen
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Freies Geschenk der Gnade:
Gott bietet uns Vergebung, Reinigung, Frieden und Liebe als Gnadengeschenk an – etwas, das weder mit Geld noch mit menschlicher Weisheit zu erkaufen ist (vgl. Jesaja 55,1).
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Biblische Verheißungen:
Verheißungen wie „Wenn eure Sünde gleich blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden“ (Jesaja 1,18) und „Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist geben“ (Hesekiel 36,26) belegen, dass Gott in der Lage ist, uns von unserer Sündhaftigkeit zu befreien.
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Beispiel Jesu:
Jesu Heilung des Schwergelähmten (Matthäus 9,6) verdeutlicht, dass der Glaube an seine Worte und Wunder unmittelbare Befreiung und Heilung bringen kann.
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Glaube und Annahme der göttlichen Verheißung
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Notwendigkeit des Glaubens:
Der Text fordert uns auf, unsere Sünden zu bekennen und uns Gott hingiebig zu überlassen. Nur im festen Glauben, nicht aufgrund von Gefühlen, können wir Gottes Verheißungen empfangen.
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Tägliche Hingabe:
Es wird betont, dass wir täglich bekennen sollen, Christus anzuhören und in seinem Geist zu leben, um so stetig in der Gnade und Barmherzigkeit zu bleiben.
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Bedingung des Gebets:
Unsere Bitten müssen im Einklang mit Gottes Willen stehen, der uns von unseren Mängeln reinigen und zu seinen Kindern machen möchte.
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Die universelle Kraft der Gnade
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Unbegrenzte Vergebung:
Niemand ist so sündhaft, dass er nicht von Gottes unendlicher Barmherzigkeit erfasst werden könnte. Gott will uns mit seinen Segnungen – Kraft, Gerechtigkeit und Reinheit – erfüllen.
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Das Vaterherz Gottes:
Die Liebe Gottes ist so groß, dass er uns, selbst in unserer Schwäche, angenommen hat. Seine unermessliche Liebe und Barmherzigkeit sind Ausdruck seines ewigen Wunsches, uns zu erlösen und zu erneuern.
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Zusammenfassung
Kapitel 6 „Glaube und Annahme“ ruft uns dazu auf, die eigene Sündhaftigkeit anzuerkennen und den tiefen Wunsch nach göttlicher Vergebung und Erneuerung in uns zu wecken. Es betont, dass wir aus eigener Kraft nicht zur Heiligung gelangen können, sondern dass Gottes Gnade – als freies Geschenk durch Jesus Christus – alle unsere Mängel tilgt. Durch das Bekenntnis unserer Sünden und den festen Glauben an Jesu Worte und Wunder werden wir zu Kindern Gottes, die in seinem Geist leben und in seiner Barmherzigkeit geheilt werden. Letztlich ist es der unerschütterliche Glaube und die tägliche Hingabe, die uns in die Fülle der Segnungen Gottes führen und uns befähigen, ein erneuertes, heiliges Leben zu führen.
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