✉️ DIE BRIEFE VON PAULUS AN DIE PHILIPPER & KOLOSSER
⛪ Lektion 1: Verfolgt, aber nicht verlassen
📘 1.5 Die Gemeinden in Philippi und Kolossä
✨ Heilige, Ordnung und strategischer Auftrag
🟦 Einleitung
Die frühen Gemeinden in Philippi und Kolossä mögen klein und geografisch unbedeutend gewirkt haben, doch ihr geistlicher Einfluss war gewaltig. Paulus schrieb ihnen nicht nur theologische Wahrheiten – er sprach sie als “Heilige”, “Brüder”, “Diener” an.
Das zeigt: Die Gemeinde Jesu ist kein loses Netzwerk, sondern eine geistlich organisierte Bewegung mit klarer Identität, Struktur und Ziel. Und obwohl Paulus Kolossä nie persönlich besucht hatte, bezeugt sein Brief, wie stark Gott durch treue Mitarbeiter wie Epaphras wirken kann.
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📖 Bibelstudium
🔍 Philipper 1,1–3 & Kolosser 1,1–2
Phil 1,1: „Paulus und Timotheus, Knechte Jesu Christi, an alle Heiligen in Christus Jesus, die in Philippi sind, mit den Bischöfen und Diakonen.“
Kol 1,1–2: „Paulus, Apostel Jesu Christi durch Gottes Willen, und der Bruder Timotheus an die heiligen und gläubigen Brüder in Christus in Kolossä…“
📌 Beobachtungen:
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Beide Gemeinden werden als „Heilige“ angesprochen – das heißt: abgesondert, Gott geweiht.
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Paulus erwähnt in Philippi „Bischöfe und Diakone“ – frühe Gemeindeleitung ist sichtbar.
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In Kolossä spricht er von „treuen Brüdern“ – eine Bezeichnung für Mitarbeiter im Dienst.
➡️ Beide Gemeinden waren organisiert, geistlich aktiv und verbunden mit Paulus, auch wenn er nicht physisch anwesend war (besonders bei Kolossä).
📜 Vergleich mit dem Alten Testament:
„Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“ – 2. Mose 19,6
➡️ Die neutestamentliche Gemeinde nimmt die Bestimmung Israels auf: ein heiliges Volk, ein geistliches Leib, organisiert und mit göttlichem Auftrag.
✍️ Paulus, Timotheus und Epaphras – Teamarbeit im Dienst:
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Paulus war der Apostel, der plante, lehrte, schrieb.
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Timotheus war ein junger Mitarbeiter – mitverantwortlich, mitverfasser mehrerer Briefe.
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Epaphras war ein Einheimischer, der Kolossä evangelisierte und die Gemeinde dort gründete.
➡️ Die Ausbreitung des Evangeliums war Teamarbeit.
➡️ Organisation stärkte die Mission, nicht schwächte sie.
🏛️ Frühe Gemeindeordnung:
Apg 6,1–6: Erste Diakone werden gewählt.
1 Tim 3,1–13: Kriterien für Älteste und Diakone.
Tit 1,5: Paulus fordert Titus auf, Älteste einzusetzen.
➡️ Gemeindestruktur ist kein menschlicher Zusatz, sondern Teil des neutestamentlichen Modells.
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🗣️ Antworten zu den Fragen
Frage 1: Wie werden die Gemeinden beschrieben, und was bedeutet diese Beschreibung?
Die Christen in Philippi und Kolossä werden als:
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Heilige (griech. hagios = abgesondert),
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Treue Brüder,
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Glieder mit Verantwortung (Bischöfe, Diakone) bezeichnet.
Das bedeutet:
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Sie waren nicht nur Gläubige, sondern auch Diener und Verantwortliche.
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Es herrschte geistliche Ordnung in Liebe und Dienst.
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Die Gemeinde war ein Leib mit vielen Gliedern, organisiert und dennoch geistlich lebendig.
Diese Begriffe zeigen auch:
Christsein ist mehr als nur „gerettet sein“ – es ist Teil eines organisierten, geistlichen Körpers, der gemeinsam wächst, dient und sendet.
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💎 Geistliche Prinzipien
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Gott beruft sein Volk zur Heiligkeit – nicht zur Isolation.
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Gemeindestruktur ist göttlich, nicht bürokratisch.
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Treue Mitarbeiter sind ein Schlüssel zur Ausbreitung des Evangeliums.
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Jede Gemeinde – ob klein oder groß – hat einen Platz im göttlichen Plan.
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Gemeinde bedeutet Zugehörigkeit, Verantwortung und Wachstum.
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🛠️ Anwendung im Alltag
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Bist du Teil einer Gemeinde? Dann frage dich: Bin ich Zuschauer – oder Mitarbeiter?
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Bist du „heilig“ – also abgesondert für Gott – oder vermischt mit der Welt?
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Unterstützt du deine Gemeindeleitung im Gebet, Dienst und mit Vertrauen?
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Vielleicht bist du ein „Epaphras“ – Gott ruft dich, deine Stadt zu erreichen.
„Die stärkste Gemeinde ist nicht die größte – sondern die treu organisierte und geistlich aktive.“
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✅ Fazit
Die Gemeinden in Philippi und Kolossä waren lebendige Beweise für Gottes Plan:
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Menschen aus der Welt herauszurufen,
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sie zu heiligen,
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und sie zu einem dienenden, organisierten Leib Christi zu machen.
Organisation ist kein Gegensatz zu Spiritualität – sondern ihr Rahmen.
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💭 Gedanke des Tages
„Gott ruft nicht Einzelkämpfer, sondern ein Volk – heilig, organisiert und gesendet.“
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✍️ Illustration
“Die Kirche am Ende der Straße“
Wie aus einem Wohnzimmer eine Gemeinde wuchs – und eine Bewegung entstand
🟩 Teil 1 – Die Frau mit dem offenen Fenster
Valeria Díaz, 32, lebte mit ihren zwei Kindern im kleinen Ort Quillabamba, am Rand des peruanischen Urwalds. Ihr Haus war alt, die Fensterläden locker, das Dach undicht. Doch was offen war, war ihr Herz.
Valeria hatte vor Jahren als Köchin in einer Adventgemeinde in Cusco gearbeitet. Dort hatte sie das Evangelium gehört, aber nie eine Taufe erlebt. Der Pastor war freundlich, aber sie hatte sich nicht würdig gefühlt.
Jetzt, allein mit zwei Kindern, zurück in ihrem Heimatort, fragte sie sich:
„Gibt es hier niemanden, der von Jesus spricht?“
🟩 Teil 2 – Die alte Bibel
Beim Aufräumen entdeckte sie eine alte, abgegriffene Bibel. Sie war ein Geschenk der Gemeinde in Cusco – darin die Widmung:
„Lies, teile, diene.“
Sie begann, jeden Abend ihren Kindern vorzulesen. Dann der Nachbarin. Dann kam der Cousin. Innerhalb von drei Wochen saßen acht Menschen in ihrer kleinen Stube und hörten zu.
Jemand sagte:
„Valeria, du bist unsere Pastorin.“
Sie lachte. „Ich bin nicht mal getauft!“
Doch eine Bewegung hatte begonnen.
🟩 Teil 3 – Die Stimme über das Radio
Eines Abends hörte Valeria auf einem kleinen Kurzwellenradio eine Sendung aus Pucallpa – eine adventistische Botschaft auf Quechua. Der Sprecher sagte:
„Wenn du irgendwo bist, wo keine Gemeinde existiert – du bist die Kirche. Du bist berufen.“
Diese Worte trafen Valeria wie ein Blitz.
Am nächsten Tag schrieb sie einen Brief an die Mission Peru-Sur. Keine E-Mail. Kein Telefon. Nur ein Brief, in handschriftlichem Spanisch:
„Wir sind keine Gemeinde. Aber wir möchten es sein. Wir sind hungrig nach der Wahrheit.“
🟩 Teil 4 – Der Besuch
Drei Monate später kam ein Besucher: Pastor Elías, 58, pensioniert, aber leidenschaftlich. Er war mit einem Motorrad über Schlammwege und steile Pfade gefahren, um Valeria zu finden.
Er traf auf 20 Menschen in einem Wohnzimmer – mit offenen Bibeln, Notizen, Fragen.
Er sagte:
„Ihr seid Gemeinde. Jetzt bringen wir Ordnung hinein.“
🟩 Teil 5 – Struktur statt Chaos
Pastor Elías blieb zwei Wochen. Jeden Tag unterrichtete er:
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Was bedeutet es, ein Ältester zu sein?
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Was ist der Dienst der Diakonie?
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Wie führt man Gottesdienst – ohne Bühne, ohne Mikrofon, aber mit Herz?
Er setzte drei Personen ein:
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Marcos, ein ruhiger Witwer, wurde Diakon.
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Nina, eine Jugendliche mit Leidenschaft, wurde Kinderdienstleiterin.
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Valeria, die Gründerin – wurde als Gemeindeleiterin anerkannt.
„Keine Gemeinde ist ohne Ordnung dauerhaft.
Aber Ordnung ohne Liebe ist tot.“ – das war sein Leitsatz.
🟩 Teil 6 – Das erste Abendmahl
Am Sabbat seiner Abreise feierten sie das erste Abendmahl.
Ein Plastikbecher diente als Kelch, die Fußwaschung fand im Innenhof statt, mit einer alten Tonschale.
Es war heilig.
Ein Jugendlicher sagte später:
„Ich habe gespürt, dass Jesus wirklich hier ist – in Quillabamba.“
🟩 Teil 7 – Epaphras lebt
Pastor Elías sagte zu Valeria beim Abschied:
„Du bist wie Epaphras. Du warst nie in Lima. Aber du bringst das Evangelium dahin, wo niemand anders hingeht.“
Sie lachte verlegen. Doch sie spürte: Das war kein Lob – das war Berufung.
Ein Jahr später war Valeria getauft – gemeinsam mit 12 anderen.
Zwei ihrer Jugendlichen begannen, eine Gruppe im Nachbardorf Maranura zu leiten.
Dort begann das gleiche Muster:
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Eine Frau öffnete ihr Haus.
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Ein Kreis entstand.
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Ein Mitarbeiter kam.
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Eine Gemeinde wuchs.
🟩 Teil 8 – Der Brief an „Kolossä“
Pastor Elías schrieb an die Missionsleitung:
„Ich habe eine Gemeinde gefunden, die ich nie besucht hatte – aber die vorbereitet war wie Kolossä: durch eine treue Dienerin.
Nicht ich habe sie gegründet.
Der Heilige Geist war schneller als ich.“
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📌 Schlussgedanken zur Geschichte
Valeria war weder Theologin noch Pastorin.
Aber sie war berufen, heilig, treu – wie die Glieder der Gemeinde in Kolossä.
Sie zeigte:
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Geistliche Ordnung ist möglich, selbst in Armut.
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Leitung beginnt nicht mit Titeln, sondern mit Dienst.
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Epaphras lebt – überall dort, wo Menschen sich senden lassen, ohne zu warten, dass „der Pastor kommt“.
