🌟 Das Licht der Heiligen Nacht
15 Weihnachtsgedichte über die Geburt Jesu – Von der Krippe bis ins Herz
🐂 3.Im Stall zu Bethlehem
Ein Weihnachtsgedicht in stiller Ehrfurcht
Im Stall zu Bethlehem, ganz leis,
liegt Gottes Sohn im Stroh, ganz weiß.
Kein Gold, kein Glanz, kein Ehrenthron –
nur Heu, ein Tuch, und Gottes Sohn.
Die Mauern roh, das Dach aus Holz,
kein Schmuck, kein Zeichen königlichen Stolz.
Doch wer dort schaut mit offenem Sinn,
der sieht: Hier liegt des Himmels Sinn.
Die Nacht war kalt, der Wind ging sacht,
der Stern allein hat hell gemacht.
Kein Laut, kein Klang in jener Stund –
nur Stille sprach mit tiefem Grund.
Maria kniet, ganz nah beim Kind,
ihr Blick so zart, so liebeblind.
Sie atmet still, doch Herz und Sinn
versteh’n, warum sie Mutter bin.
Josef steht treu an ihrer Seit’,
sein Glaube trägt durch Raum und Zeit.
Er hat nichts als sein schlichtes Ja,
doch trägt er’s wie ein Wunder da.
Ein Ochse schnauft, ein Esel ruht,
das Kleine schläft in tiefer Glut.
Die Tiere spüren – ohne Wort –
hier ist das Heil, hier ist der Ort.
Im Stall, so arm, beginnt die Zeit,
die führt zur neuen Wirklichkeit.
Denn Gott, so fern, so groß, so licht,
versteckt sich hier – im Kind sein Gesicht.
Die Türen offen, Herzen weit,
da treten Hirten, schlicht gekleidet.
Ein Engel rief sie aus der Nacht,
und hat sie her zur Krippe bracht.
Sie seh’n das Kind, sie beben still,
das Herz erfüllt, wie Gott es will.
Sie fallen nieder, ganz gebannt –
ein Wunder hier, vom Herrn gesandt.
Im Stall zu Bethlehem begann
der Weg, den keiner fassen kann.
Von Krippe bis zum Kreuz geführt,
wo Gottes Liebe uns berührt.
Und wer noch heute stille geht,
und an der Krippe stille steht,
der hört den Ruf aus Stroh und Stein:
„Komm heim, du sollst nicht einsam sein.“
Milan Silberberg
