đ Noch wach?
Jeden Abend ein Stßck näher zu Jesus.
đ 30. August
â¤ď¸ Du bist geliebt, bevor du etwas leistest
đ Matthäus 3,17
âUnd siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.â
Matthäus 3,17
Gestern haben wir gesehen, wie Jesus nach seiner Taufe aus dem Jordan stieg, der Himmel sich Üffnete und der Geist Gottes wie eine Taube auf ihn herabkam. Nun folgt der HÜhepunkt dieser besonderen Szene: Aus dem Himmel ist die Stimme des Vaters zu hÜren, der Jesus als seinen geliebten Sohn bezeichnet und sein Wohlgefallen an ihm ausdrßckt. Noch bevor Jesus seine erste Üffentliche Predigt gehalten, einen Kranken geheilt, einen Jßnger berufen oder eines der Wunder getan hatte, von denen die Evangelien später berichten werden, spricht der Vater diese Worte ßber ihn aus.
Damit endet Matthäus 3 mit einer wunderbaren Offenbarung darßber, wer Jesus ist. Johannes hatte den kommenden Messias angekßndigt, Jesus war zum Jordan gekommen und hatte sich taufen lassen, der Heilige Geist war auf ihn herabgekommen, und nun bestätigt der Vater selbst die Identität seines Sohnes. Von diesem Augenblick an kann kein Zweifel mehr darßber bestehen, auf wen die ganze Vorbereitung des Johannes hingewiesen hatte: Jesus ist der geliebte Sohn Gottes, und sein nun beginnender Dienst steht unter der vollkommenen Zustimmung des Vaters.
đ Der Vater sagt, wer Jesus wirklich ist
Bis zu diesem Zeitpunkt kannten die meisten Menschen Jesus wahrscheinlich nur als einen Mann aus Galiläa. Viele Jahre hatte er in Nazareth gelebt, ohne Ăśffentlich als Messias aufzutreten. Nun aber kommt die entscheidende Bestätigung nicht von Menschen, sondern vom Himmel. Jesus muss seine Identität nicht selbst beweisen und braucht auch keine menschliche Anerkennung, um zu wissen, wer er ist. Der Vater selbst erklärt: âDies ist mein lieber Sohn.â
Diese Aussage ist fĂźr das gesamte Matthäusevangelium wichtig, denn wir werden Jesus von nun an in ganz unterschiedlichen Situationen erleben. Wir werden ihn hungrig in der WĂźste sehen, von Satan versucht, von religiĂśsen FĂźhrern angegriffen, von Menschen missverstanden und später sogar von seinen eigenen JĂźngern verlassen. ĂuĂerlich wird es Augenblicke geben, in denen nichts nach Macht und Herrlichkeit aussieht. Doch die Worte des Vaters am Jordan bleiben wahr: Dieser Jesus ist sein geliebter Sohn.
Auch unser Bild von Jesus sollte deshalb nicht davon abhängen, wie Menschen ßber ihn denken. Manche betrachten ihn lediglich als bedeutenden Lehrer, andere als religiÜse Gestalt der Vergangenheit oder als moralisches Vorbild. Matthäus lässt uns jedoch bereits am Beginn seines Üffentlichen Dienstes hÜren, wie der Vater selbst ihn bezeichnet. Wer Jesus kennenlernen mÜchte, muss sich deshalb ernsthaft mit seinem Anspruch und mit dem Zeugnis des Neuen Testaments ßber ihn auseinandersetzen.
â¤ď¸ âMein lieber Sohnâ
In den Worten des Vaters hÜren wir nicht nur eine Aussage ßber Jesu Identität, sondern auch ßber die Beziehung zwischen Vater und Sohn. Jesus wird nicht kßhl oder distanziert vorgestellt, sondern als der geliebte Sohn. Bevor sein Üffentlicher Dienst beginnt, steht diese Beziehung im Mittelpunkt.
Das ist besonders wichtig, wenn wir daran denken, was unmittelbar danach geschehen wird. Jesus wird in die WĂźste gefĂźhrt und dort vom Teufel versucht. Eine der ersten Versuchungen wird genau an seiner Identität ansetzen: âBist du Gottes Sohn, so âŚâ Satan versucht damit, Zweifel dort zu säen, wo der Vater gerade Klarheit geschaffen hat. Doch Jesus muss seine Sohnschaft nicht durch ein Wunder beweisen, denn er weiĂ, was der Vater Ăźber ihn gesagt hat.
Auch wir erleben Situationen, in denen Zweifel unsere Beziehung zu Gott angreifen. Nach einem Fehler kĂśnnen Gedanken entstehen wie: âJetzt kann Gott mich doch nicht mehr wollen.â In einer schwierigen Zeit fragen wir vielleicht: âWenn Gott mich wirklich liebt, warum lässt er das zu?â Wenn andere Menschen uns ablehnen oder kritisieren, kann ihre Meinung plĂśtzlich bestimmen, wie wir Ăźber uns selbst denken.
Gerade dann brauchen wir eine Identität, die tiefer reicht als unsere wechselnden Gefßhle und die Urteile anderer Menschen. Fßr einen Menschen, der zu Jesus gehÜrt, liegt der eigene Wert nicht darin, immer erfolgreich, beliebt oder fehlerlos zu sein. Er liegt darin, dass Gott uns in Christus annimmt und uns in seine Gemeinschaft ruft.
đą Liebe kommt vor Leistung
Der Zeitpunkt der Worte des Vaters ist bemerkenswert. Jesus hatte seinen Ăśffentlichen Dienst noch nicht begonnen. Die Bergpredigt lag noch vor ihm, ebenso die Heilungen, die Speisung der Tausenden, die Auferweckung von Toten und all die anderen Ereignisse, die später groĂe Menschenmengen anziehen wĂźrden. Trotzdem sagt der Vater bereits jetzt: âAn ihm habe ich Wohlgefallen.â
Bei Jesus geht es dabei selbstverständlich nicht darum, dass er erst die Liebe des Vaters verdienen mßsste. Er ist der ewige Sohn und lebt in vollkommener Gemeinschaft mit dem Vater. Fßr uns liegt dennoch eine wichtige Lektion darin: Gottes Liebe funktioniert nicht nach dem Leistungssystem, das wir aus vielen Bereichen unseres Lebens kennen.
Wir gewÜhnen uns frßh daran, dass Leistung bewertet wird. Gute Ergebnisse bringen Lob, Fehler fßhren zu Kritik, und wer besonders viel erreicht, bekommt häufig mehr Anerkennung. Dieses Denken kÜnnen wir unbewusst auf unsere Beziehung zu Gott ßbertragen. Nach einem guten Tag, an dem wir gebetet, in der Bibel gelesen und freundlich gehandelt haben, fßhlen wir uns Gott vielleicht näher. Nach einem schlechten Tag, an dem wir ungeduldig waren oder wieder in einen alten Fehler gefallen sind, glauben wir dagegen, wir mßssten erst einige gute Dinge tun, bevor wir wieder zu ihm kommen dßrfen.
Das Evangelium zeigt uns einen anderen Weg. Wir verändern uns nicht, damit Gott endlich bereit ist, uns zu lieben. Wir dßrfen zu ihm kommen, weil er uns in Jesus bereits seine Liebe gezeigt hat. Gerade diese Liebe gibt uns die Sicherheit und Kraft, uns verändern zu lassen.
đŞ Wie viel hängt fĂźr dich von der Meinung anderer ab?
Vielleicht kennst du das Gefßhl, dass ein einziger Kommentar einen ganzen Tag verändern kann. Jemand lobt dich, und plÜtzlich fßhlst du dich sicherer. Jemand kritisiert dich, und dieselbe Sicherheit verschwindet wieder. Besonders schwierig wird es, wenn wir beginnen, unseren eigenen Wert fast vollständig davon abhängig zu machen, wie andere uns wahrnehmen.
Heute verstärken soziale Medien diesen Druck zusätzlich. Wir kÜnnen innerhalb weniger Minuten sehen, wie andere aussehen, was sie erreicht haben, wohin sie reisen und wie viel Aufmerksamkeit sie bekommen. Dabei vergleichen wir häufig unser vollständiges, ungeschÜntes Leben mit den ausgewählten Momenten, die andere von sich zeigen. Das Ergebnis ist schnell das Gefßhl, nicht interessant, erfolgreich, attraktiv oder glßcklich genug zu sein.
Jesus lebte nicht fßr die Zustimmung der Menschen. Das bedeutet nicht, dass ihm Beziehungen gleichgßltig waren oder dass Kritik ihn niemals verletzte. Doch seine Identität wurde nicht von der Reaktion der Menschen bestimmt. Noch bevor die Menschenmengen ihm zujubelten und lange bevor einige derselben Menschen ihn ablehnten, hatte der Vater gesprochen.
Auch du brauchst nicht so zu tun, als wäre dir die Meinung anderer vÜllig egal. Wir sind soziale Wesen, und Beziehungen sind wichtig. Doch keine menschliche Stimme sollte den Platz bekommen, der Gott gehÜrt. Menschen kÜnnen dich falsch einschätzen, ßbersehen oder ungerecht beurteilen, ohne dass sich dadurch dein Wert vor Gott verändert.
𤲠Du darfst mit deinen Fehlern zu Gott kommen
Vielleicht fällt es dir leicht zu glauben, dass Gott dich liebt, solange du dich gut verhältst. Schwieriger wird es nach einem Versagen. Du hast etwas gesagt, das du bereust, eine Versuchung hat dich erneut ßberwunden oder du hast bewusst etwas getan, obwohl du wusstest, dass es falsch war. Dann kann Scham dazu fßhren, dass du dich gerade von dem entfernst, zu dem du eigentlich gehen solltest.
Gottes Liebe bedeutet nicht, dass ihm Sßnde gleichgßltig wäre. Weil er uns liebt, mÜchte er uns gerade von dem befreien, was uns zerstÜrt und unsere Beziehung zu ihm und zu anderen Menschen beschädigt. Doch seine Antwort auf unsere Schuld lautet nicht, dass wir uns erst selbst reinigen mßssen, bevor wir zurßckkommen dßrfen. Jesus ist gerade deshalb gekommen, weil wir Vergebung brauchen.
Wenn du gefallen bist, darfst du deshalb ehrlich zu deinem lieben Papa kommen und deinen Fehler bekennen. Du brauchst nichts zu beschÜnigen und keine Ausrede zu erfinden. Gleichzeitig musst du dich auch nicht stundenlang selbst bestrafen, als wßrde deine Selbstverurteilung Gottes Vergebung wirksamer machen. Du darfst Schuld ernst nehmen, Vergebung annehmen und Jesus bitten, dir zu helfen, beim nächsten Mal anders zu handeln.
Ein Kind, das gefallen ist, braucht die Hand des Vaters besonders dringend. Genauso solltest du nach einem geistlichen Fall nicht vor Gott davonlaufen, sondern seine Nähe suchen.
đ Du musst deinen Wert nicht verdienen
Der Wunsch, etwas zu leisten, ist nicht grundsätzlich falsch. Es ist gut, sorgfältig zu lernen, zuverlässig zu arbeiten, Fähigkeiten zu entwickeln und Ziele zu verfolgen. Problematisch wird Leistung dann, wenn sie darßber entscheiden soll, ob wir uns wertvoll fßhlen dßrfen.
Vielleicht denkst du: âWenn ich diese PrĂźfung bestehe, dann bin ich gut genug.â Später lautet die Bedingung vielleicht: âWenn ich diese Stelle bekomme, wenn ich genĂźgend Geld verdiene, wenn ich besser aussehe oder wenn andere mich bewundern, dann kann ich zufrieden sein.â Doch sobald ein Ziel erreicht ist, erscheint häufig bereits das nächste. Wer seinen Wert ausschlieĂlich aus Leistung bezieht, muss deshalb ständig weiter beweisen, dass er Anerkennung verdient.
Die Beziehung zu Gott bietet eine andere Grundlage. Du darfst lernen, arbeiten und Ziele erreichen, aber diese Dinge mßssen nicht mehr darßber entscheiden, wer du bist. Dein Wert beginnt nicht bei deinem Lebenslauf und endet nicht bei deinen Fehlern. Gott hat dich geschaffen, Christus ist fßr Menschen wie dich gekommen, und er lädt dich in eine Beziehung ein, die nicht von deinen Erfolgslisten getragen wird.
Gerade diese Sicherheit kann uns sogar freier machen, unser Bestes zu geben. Wenn ein Fehler nicht mehr bedeutet, dass unser ganzer Wert zusammenbricht, kÜnnen wir aus ihm lernen. Wenn Erfolg nicht mehr unsere Identität retten muss, kÜnnen wir ihn dankbar annehmen, ohne uns ßber andere zu stellen.
đ¨âđ§ Dein lieber Papa mĂśchte Beziehung, nicht eine perfekte Vorstellung
In diesen Abendandachten sprechen wir im Gebet bewusst von unserem âlieben Papaâ, weil Jesus uns Gott als Vater nahebringt. Ein guter Vater interessiert sich nicht nur fĂźr die Ergebnisse seines Kindes, sondern fĂźr das Kind selbst. Er mĂśchte wissen, was es beschäftigt, wovor es Angst hat, worĂźber es sich freut und womit es kämpft.
Manchmal behandeln wir Gott dagegen fast wie jemanden, dem wir jeden Abend einen Leistungsbericht vorlegen mßssen. Wir zählen auf, was gut und schlecht gelaufen ist, und hoffen, dass die Bilanz am Ende positiv genug ausfällt. Doch Gebet darf viel persÜnlicher sein. Du darfst Gott erzählen, dass du mßde bist, dass dich jemand verletzt hat, dass du Angst vor einer Entscheidung hast oder dass du selbst nicht verstehst, warum dich eine bestimmte Versuchung immer wieder anzieht.
Gott weià diese Dinge ohnehin, aber Beziehung wächst dort, wo wir aufhÜren, uns zu verstecken. Je ehrlicher wir mit ihm werden, desto mehr lernen wir, seine Gnade nicht nur als theologischen Begriff zu verstehen, sondern als Wirklichkeit unseres eigenen Lebens.
đ Welche Stimme bestimmt dein Bild von dir selbst?
Viele Stimmen sprechen jeden Tag in unser Leben hinein. Manche kommen von Menschen, andere aus unseren eigenen Gedanken. Vielleicht trägst du sogar Sätze mit dir herum, die jemand vor Jahren ßber dich gesagt hat. Ein verletzender Kommentar kann sich erstaunlich lange festsetzen und irgendwann wie eine Wahrheit klingen, obwohl er niemals Gottes Urteil ßber dich war.
Vielleicht hĂśrst du innerlich immer wieder: âDu kannst das sowieso nicht.â Vielleicht denkst du nach jedem Fehler: âTypisch, ich bekomme einfach nichts richtig hin.â Oder du vergleichst dich so häufig mit anderen, dass du kaum noch siehst, welche Gaben Gott dir selbst gegeben hat.
Nicht jede Kritik ist falsch, und wir sollten bereit sein, aus berechtigter Korrektur zu lernen. Doch es gibt einen Unterschied zwischen einer Korrektur, die uns wachsen lässt, und einer Stimme, die unsere ganze Person abwertet. Gott kann uns sehr deutlich zeigen, wo etwas in unserem Leben falsch ist, ohne uns dabei einzureden, wir seien wertlos und hoffnungslos.
Der Heilige Geist fßhrt uns zur Umkehr und zu Jesus. Eine Stimme, die uns dagegen nur sagt, dass wir ohnehin keine Chance mehr hätten und besser vor Gott davonlaufen sollten, fßhrt in die entgegengesetzte Richtung. Deshalb ist es wichtig, Gottes Wort immer besser kennenzulernen. Je vertrauter uns seine Wahrheit wird, desto leichter kÜnnen wir erkennen, welche Stimmen wir ernst nehmen sollten und welche nicht.
đĄď¸ Die Worte des Vaters kommen vor der Versuchung
Die Reihenfolge der Ereignisse am Ende von Matthäus 3 und am Anfang von Matthäus 4 ist besonders eindrucksvoll. Zuerst hĂśrt Jesus die Bestätigung des Vaters, danach begegnet ihm der Versucher. Satan beginnt seinen Angriff mit den Worten: âBist du Gottes Sohn âŚâ Er greift damit genau das an, was der Vater gerade ausgesprochen hat.
Versuchung betrifft auch bei uns oft mehr als nur eine einzelne falsche Handlung. Dahinter kann die Frage stehen, wem wir vertrauen und woher wir unsere Sicherheit beziehen. Wenn wir glauben, wir mĂźssten unseren Wert beweisen, kĂśnnen wir leichter bereit sein, falsche Dinge zu tun, um Anerkennung zu bekommen. Wenn wir Angst haben, nicht dazuzugehĂśren, kĂśnnen wir unsere Ăberzeugungen aufgeben, damit andere uns akzeptieren. Wenn wir Gottes GĂźte anzweifeln, erscheint ein falscher Weg plĂśtzlich attraktiver, weil wir glauben, selbst fĂźr unser GlĂźck sorgen zu mĂźssen.
Deshalb ist es wichtig, Gottes Wahrheit nicht erst dann zu suchen, wenn die Versuchung bereits stark geworden ist. Jesus ging mit den Worten des Vaters in die WĂźste. Auch wir brauchen Gottes Wort als Grundlage, bevor der Druck kommt.
Wenn du weiĂt, dass dein Wert bei Gott nicht von der Zustimmung anderer abhängt, kannst du leichter Nein sagen, wenn jemand von dir verlangt, gegen deine Ăberzeugung zu handeln. Wenn du weiĂt, dass Gott dich nach einem Fehler zur Umkehr ruft und nicht wegstĂśĂt, musst du deine Schuld nicht verstecken. Wahrheit gibt uns eine Grundlage, auf der wir auch dann stehen kĂśnnen, wenn GefĂźhle und Umstände sich verändern.
đż Gottes Wohlgefallen fĂźhrt nicht zu GleichgĂźltigkeit
Wenn wir hĂśren, dass Gottes Liebe nicht verdient werden muss, kĂśnnte man daraus fälschlicherweise schlieĂen, es spiele keine Rolle mehr, wie wir leben. Doch das Neue Testament zieht genau den gegenteiligen Schluss. Wer Gottes Liebe erkennt, bekommt einen neuen Grund fĂźr Gehorsam. Wir versuchen nicht mehr verzweifelt, seine Annahme zu verdienen, sondern mĂśchten dem gefallen, der uns zuerst geliebt hat.
Ein Kind, das nur aus Angst vor Strafe gehorcht, erlebt Beziehung anders als ein Kind, das seinem Vater vertraut und weiĂ, dass dessen Regeln aus Liebe gegeben sind. Auch unser Leben mit Gott soll immer stärker von Vertrauen geprägt werden. Seine Gebote sind nicht Hindernisse, die uns von einem glĂźcklichen Leben fernhalten sollen, sondern zeigen uns einen Weg, der Beziehungen schĂźtzt, Wahrheit bewahrt und uns vor Dingen warnt, die uns zerstĂśren.
Darum gehĂśren Gnade und Veränderung zusammen. Gottes Liebe sagt nicht: âBleib einfach fĂźr immer, wie du bist.â Sie sagt vielmehr: âKomm zu mir, wie du bist, und lass mich dich verändern.â Wir dĂźrfen dabei geduldig wachsen, denn Gott kennt unsere Schwächen und arbeitet nicht nach einem hektischen Zeitplan. Gleichzeitig dĂźrfen wir offen bleiben fĂźr das, was er in unserem Leben korrigieren mĂśchte.
đ¤ Du darfst auch dann geliebt sein, wenn du nicht der Beste bist
Vergleiche beginnen manchmal schon frßh. Wer ist besser in der Schule, sportlicher, musikalischer, beliebter oder erfolgreicher? Später ändern sich vielleicht die Kategorien, doch das Grundproblem bleibt ähnlich. Wir ordnen Menschen auf unsichtbaren Ranglisten ein und versuchen herauszufinden, wo wir selbst stehen.
In Gottes Familie brauchst du diese Rangliste nicht. Du musst nicht besser sein als jemand anderes, damit Gott dich wahrnimmt. Die Gaben eines anderen Menschen nehmen dir nichts von dem weg, was Gott dir gegeben hat. Wenn jemand etwas besser kann als du, bedeutet das nicht, dass dein Leben weniger wertvoll geworden ist.
Das kann auch unsere Beziehungen verändern. Wer seinen eigenen Wert nicht ständig verteidigen muss, kann sich ehrlicher ßber den Erfolg anderer freuen. Wir mßssen nicht jedes Lob, das jemand anderes bekommt, als Verlust fßr uns betrachten. Wir kÜnnen lernen, dankbar mit unseren eigenen Fähigkeiten umzugehen und gleichzeitig anzuerkennen, dass Gott Menschen unterschiedlich geschaffen hat.
Vielleicht wäre deshalb eine gute Ăbung fĂźr morgen, einen Menschen bewusst fĂźr etwas Gutes zu ermutigen, ohne dich anschlieĂend mit ihm zu vergleichen. So kann Gottes Liebe uns aus dem ständigen Wettbewerb befreien und uns helfen, andere nicht als Konkurrenz, sondern als Menschen zu sehen, denen ebenfalls seine Liebe gilt.
đ Du darfst morgen aus einer anderen Sicherheit leben
Morgen wirst du wahrscheinlich wieder Aufgaben haben, Erwartungen begegnen und vielleicht auch Fehler machen. Menschen werden unterschiedlich auf dich reagieren. Manche werden freundlich sein, andere vielleicht ungeduldig oder ungerecht. Es kann etwas gut gelingen, und etwas anderes kann vĂśllig anders laufen, als du geplant hast.
Nichts davon muss darßber entscheiden, ob dein Tag wertvoll war oder ob du selbst wertvoll bist. Du darfst deine Aufgaben sorgfältig erledigen und aus Fehlern lernen, ohne jede einzelne Erfahrung zum Urteil ßber deine ganze Person zu machen. Gerade darin kann die Botschaft vom Jordan sehr praktisch werden.
Wenn etwas gut gelingt, darfst du dankbar sein, ohne deinen Wert daraus abzuleiten. Wenn etwas misslingt, darfst du daraus lernen, ohne dich selbst abzuwerten. Wenn jemand dich lobt, kannst du dich darßber freuen, ohne davon abhängig zu werden. Wenn jemand dich kritisiert, kannst du prßfen, ob etwas Wahres daran ist, ohne die Kritik automatisch zu deinem neuen Selbstbild zu machen.
Deine tiefste Sicherheit liegt nicht in einem perfekten Tag, sondern in dem Gott, der dich durch Jesus zu sich ruft.
đ Bevor du heute einschläfst
Vielleicht war dieser Tag gut, und du gehst zufrieden schlafen. Vielleicht gab es aber auch etwas, das du gerne rßckgängig machen wßrdest. MÜglicherweise hast du dich ßber eine Reaktion von dir selbst geärgert, fßhlst dich von jemandem ßbersehen oder hast heute wieder zu viel darßber nachgedacht, was andere von dir halten.
Du musst deinen Wert heute Abend nicht aus der Bilanz dieses Tages errechnen. Wenn etwas falsch war, darfst du es deinem lieben Papa ehrlich bekennen und seine Vergebung annehmen. Wenn etwas gut gelungen ist, darfst du dafĂźr danken. Wenn dich die Meinung eines Menschen verletzt hat, kannst du auch diese Verletzung zu Gott bringen und ihn bitten, dir zu helfen, sie richtig einzuordnen.
Ăber Jesus sprach der Vater am Jordan Worte der Liebe und Bestätigung, bevor der schwere Weg seines Ăśffentlichen Dienstes begann. FĂźr dich liegt darin die Einladung, dein Leben ebenfalls nicht auf wechselnde Stimmen, Erfolge oder Misserfolge zu bauen, sondern deine Identität immer tiefer in der Beziehung zu Gott zu finden, die Jesus fĂźr uns mĂśglich gemacht hat.
Du musst heute Nacht niemandem mehr etwas beweisen. Du darfst deinen Tag in Gottes Hände legen, zur Ruhe kommen und morgen neu mit Jesus beginnen.
đ Denk darĂźber nach
Welche Meinung beeinflusst dein Bild von dir selbst momentan besonders stark, und gibst du dieser Stimme vielleicht mehr Gewicht, als sie verdient? Frage dich auĂerdem, ob du Gottes Liebe manchmal von deiner eigenen Leistung abhängig machst und ob es einen Fehler gibt, wegen dessen du dich von ihm zurĂźckziehst, obwohl du gerade damit zu ihm kommen solltest.
đ Impuls fĂźr morgen
Wenn du morgen merkst, dass du dich mit jemandem vergleichst oder unbedingt Anerkennung bekommen mĂśchtest, erinnere dich bewusst daran, dass dein Wert nicht in diesem Vergleich entschieden wird. Sage deinem lieben Papa kurz, was gerade in dir geschieht, und bitte ihn, dir eine gesunde Sicht auf dich selbst und auf den anderen Menschen zu schenken. Versuche anschlieĂend, deine Aufgabe gut zu tun, ohne daraus einen Beweis fĂźr deinen persĂśnlichen Wert machen zu mĂźssen. Wenn sich eine Gelegenheit ergibt, ermutige einen anderen Menschen ehrlich fĂźr etwas Gutes, das du an ihm bemerkst, und lerne dabei, dich Ăźber seine Gaben zu freuen, ohne deine eigenen geringer zu achten.
đ Gebet
Lieber Papa,
danke fĂźr die Worte, die du am Jordan Ăźber Jesus gesprochen hast. Danke, dass er dein geliebter Sohn ist und dass du durch ihn den Weg geĂśffnet hast, auf dem auch ich zu dir kommen darf. Ich mĂśchte Jesus immer besser kennenlernen und meine Sicherheit nicht in dem suchen, was andere Menschen Ăźber mich denken.
Du weiĂt, wie leicht ich mich vergleiche und wie stark Lob oder Kritik manchmal meine Stimmung bestimmen kĂśnnen. Bitte hilf mir, die Meinung anderer richtig einzuordnen, aus berechtigter Korrektur zu lernen und gleichzeitig meinen Wert nicht von menschlicher Anerkennung abhängig zu machen.
Danke, dass ich auch mit meinen Fehlern zu dir kommen darf. Wenn ich gesßndigt habe, hilf mir, meine Schuld nicht zu verstecken oder zu entschuldigen, sondern sie ehrlich zu bekennen und deine Vergebung anzunehmen. Verändere mich dort, wo Veränderung nÜtig ist, aber bewahre mich davor zu glauben, ich mßsse mir deine Liebe erst durch ein besseres Leben verdienen.
Lass mich morgen meine Aufgaben sorgfältig tun, ohne ständig etwas beweisen zu mßssen. Hilf mir, mich ßber die Gaben anderer Menschen zu freuen und dankbar mit dem umzugehen, was du mir gegeben hast. Wenn Zweifel kommen, erinnere mich daran, dass meine tiefste Sicherheit nicht in meinen Leistungen, meinen Gefßhlen oder der Anerkennung anderer liegt, sondern in Jesus und in deiner Liebe, die du durch ihn gezeigt hast.
Amen.
đ Schlaf gut. Du musst deinem lieben Papa heute nichts mehr beweisen. Lege deine Erfolge, deine Fehler und die Stimmen anderer Menschen in seine Hände und ruhe in der Gewissheit, dass Jesus dir den Weg zu einem Vater geĂśffnet hat, der dich kennt und dich zu sich ruft. Bis morgen.
