đ Das Licht der Heiligen Nacht
15 Weihnachtsgedichte ĂŒber die Geburt Jesu â Von der Krippe bis ins Herz
đ¶ 2.Mariaâs Lied
Ein stilles Lied der Mutter Gottes
Ich halte dich in meinem Arm,
so klein, so friedlich, weich und warm.
Du bist mein Sohn â doch mehr noch: Licht,
das aus des Himmels Herzen spricht.
Wie kann es sein, o Gott so groĂ,
dass du mein Leib als Wohnung wos?
Du kamst zu uns, so schlicht, so sacht,
und hast die Welt neu hell gemacht.
Kein goldner Thron, kein Edelstein,
nur Stroh und Wind, ein Sternenschein.
Doch leuchtet durch dein Angesicht
ein Strahl aus Gottes ewigem Licht.
Ich seh dich an, mein kleines Kind,
der Retter, den die Welt beginnt.
Noch schweigst du sanft, schlÀfst ohne Wort,
doch trÀgst du schon das Heil uns fort.
Die Engel singen leis im Chor,
ihr Lob erhebt dich stets empor.
Und doch bist du ganz nah bei mir â
mein Kind, mein Herr, mein Gott, mein Zier.
Ich spĂŒr dein Herz in meinem SchoĂ,
ein Herz voll Liebe, mild und groĂ.
Und meine Seele singt vor GlĂŒck,
denn du bist da â kein Weg zurĂŒck.
Was kommt, das weiĂ ich noch nicht ganz,
doch trÀgt mein Herz ein seltsam Glanz.
Ich diene dir, mit allem Sein,
mein Leben soll dein Tempel sein.
Du weinst nicht laut, du schlÀfst so still,
und doch geschieht, was Gott so will.
Ein Wunder liegt in dieser Nacht,
die neues Leben mitgebracht.
Ich hab nicht viel, doch was ich hab,
geb ich fĂŒr dich, so wie ich darf.
Ein Herz, ein Lied, ein leiser Kuss â
mehr brauch ich nicht, wenn ich dich muss.
Du bist mein Lied, mein tiefstes Wort,
mein Anfang und mein ewâger Hort.
Und in der dunklen, weiten Zeit
bleibt dieses Lied: Barmherzigkeit.
Milan Silberberg
