đ Das Licht der Heiligen Nacht
15 Weihnachtsgedichte Ăźber die Geburt Jesu â Von der Krippe bis ins Herz
đ 4.Der Stern von Osten
Ein Weihnachtsgedicht Ăźber das himmlische Zeichen
Ein Stern ging auf im Morgenland,
so hell, so groĂ, von Gottes Hand.
Er leuchtete am Himmelszelt
und sprach von Hoffnung fĂźr die Welt.
Nicht wie ein Stern, den man sonst kennt,
nicht flĂźchtig, kalt, nicht schnell verbrennt â
er stand dort fest, wie stilles Wort,
und zeigte auf: Hier ist der Ort.
Die Weisen sahân den Lichterschein,
ihr Herz war offen, klar und rein.
Sie spĂźrten tief: Das ist kein Schein â
dies Licht muss mehr als Strahlen sein.
Sie packten Gaben, Gold und Gut,
mit Weihrauchduft und Myrrhenblut.
Sie zogen aus, durch Nacht und Wind,
geleitet von dem Himmelskind.
Durch WĂźsten Sand, durch Felsen schwer,
sie wanderten von fern hierher.
Sie hielten fest an jenem Licht â
die Sehnsucht lieĂ sie weichen nicht.
Der Stern ging vor, zog Schritt fĂźr Schritt,
nahm jede Angst und jedes Zittern mit.
Er sprach: âVertraut, der Weg ist wahr,
das Ziel ist nah, nicht mehr so fern, nicht rar.â
Und plĂśtzlich â Ăźber Bethlehem
da hielt der Stern, als stĂźndâ er fest im Hemm.
Er stand genau, wo Gottes Sohn
in einer Krippe â arm, doch schĂśn â wohn’.
Die Weisen traten ehrfĂźrchtig ein,
die Luft war still, das Licht war rein.
Sie sahân das Kind, sie knieten sacht â
so groĂ, so klein, in dieser Nacht.
Sie legten nieder, was sie trug’n,
mit Händen, die nun Demut fug’n.
Gold fĂźr den KĂśnig, groĂ und weise,
Weihrauch fĂźr Gott, das Opfer leise,
und Myrrhe â Bitterkeit und Tod,
das Leid, das einst auf ihm geruht.
Doch in dem Kind, so zart und licht,
war schon der Sieg, das Endgericht.
Der Stern verschwand, doch nicht das Licht,
es lebt in Herzen â lĂśscht es nicht.
Denn wer ihm folgt, mit reinem Sinn,
findât Leben, Frieden, Neubeginn.
Milan Silberberg
